German Poem: “Alles Leicht”

Alles leicht,
Selbst das Lieben
Der letzten Tänzer
In einer dunklen Nacht.

Unkt am weichen Wegrand
Eine Kröte oder Knallfrosch
Vom Vergehen jedes
Und wir gehen.

Lenkt das Wasser
Meinen Weg,
Unser Jahrtausend
Wird versinken.

Wie wir in uns
Und einmal,
Zweimal,
Dreimal
Schreist du es heraus
Ins Schwarze.

Ich will frei sein
Und gebunden
An den Ring,
An ein leuchtend Schicksal,
An diesen Berg,
Der du zu sein scheinst,
Sisyphos.

Zeilen flattern,
Flüge graben unstet
Wälle in den Himmel,
Welcher weint.

Was ist abstrakt,
Wenn alles leicht ist,
Selbst das Lieben
Eine Kunst
Im Imperfekt.

Schau,
Die Kinder
Klettern
In den Kirschbaum.

Für JS / 18.6.2017

Zur Sache Künstler

Was sie alle verbindet, ist der Satz: “Im Prinzip bin ich kein Künstler.” Dann bücken sie sich, heben eine Feder auf und zeichnen mit dem Blut, dass aus einer zufälligen Verletzung stammt, eine Blume an die Wand. Natürlich haben sie nebenbei Berufe.

Sie stehen sich gegenüber auf Augenhöhe und eine sagt: “Irgendwann wirst du entdeckt und deine Kunst wird anerkannt, du hast soviel Talent.” Und der andere denkt dasselbe und kauft unterm Ladentisch mit falschen Namen das letzte Werk der Kameradin, obwohl er Miete zahlen müsste.

Künstler sind alle nicht von dieser Welt. Deshalb sind sie das Sprachrohr dieser Welt, die Entschlüssler. Künstler zögern um zu entscheiden, ohne sie wäre jede Welt ein kalter Ort bis ans Ende der Raumzeit. Kunst hat keine Grenzen, Farben, Geschlechter oder Ausreden. Sie muss raus und wenn sie durch die Poren des Künstlers dringt, ist das nicht immer angenehm für den oder die Herbeigeeilten.

Kunst machen macht mutig. Kunst heilt. Kunst ist Kinderkram und Kampf gegen die falsche Metapher des “Erwachsen-Seins”. Wenn “Erwachsen-Sein” bedeutet, sich zu biegen bis man knarzt und gar bricht, sollte wir vielleicht “Kinder an die Macht” an die Mauern kritzeln, auch wenn Kinder manchmal grausam sind, Kindsmörder sind es mit Sicherheit auch. Das ist der Neid der Bequemen.

Das war Kunst, denn sie biegt die bittere Wahrheit zu etwas, das uns Hoffnung gibt im Kampf gegen den Sarkasmus. Aber eigentlich sind es nur Worte. Die Sonne scheint manchmal. Doch: Künstler spielen auch im hohen Alter noch im Regen.

30.05.2017

Gedicht: Hohe Kirsche

Ein Kirschbaum steht hier,
halb Feld, halb Wald,
ich kenn’ ihn lang,
er ist nicht alt.

Und er trägt jedes Jahr
unzählige Früchte
und er wächst an jedem Tag,
als könnte er (es?) der letzte sein.

Wasser zieht er,
süß und sauer
und die Kirschen schmecken fruchtig
und die Rinde, die ist saftig,
Glanz im rechten Winkel.

Wanderer wählt er mit Bedacht
und wer sich zu ihm verlaufen,
der labt sich
oder wird gelabt
oder wird gesalbt
mit öligen Tropfen.

Wege werden stets erlaufen
und eine Wahl bleibt,
wenn du ihn erblickst.
Es ist nur ein Baum am Horizont,
er soll wachsen, wie du wächst.
Und du sollst dich klettern trauen
an seinem Wuchs wie Wachs erwachen,
rote Morgentropfen kosten.

Abends neigt sich eine Krone
unter dieser Lebenslast.
Der Vogel stets am selben Ast.

Für JS, 30.4.2017

Four Poetry Pieces Written These Days

Weekend Clouds.

Slowly the clouds
Travel down your body
I reflect myself in
Your sweet bellybutton.

Tie a knot
In my soul as a reminder
To return to life
After satisfying you.

Weekend clouds –
They smooch.
We observe and replay,
Silently condensing.

Emotional underwater

Ruins of a fortress
Dressed in green.
Algaes screaming
For a rotten poem.

Dressed in waves
Dolphins shout out
Hearable sounds
In every direction.

Can’t you be quiet
Like water in the eye
Of the storm?

In a ocean of kisses we sunk in each other’s past. These wounds of yesterday melted from our bodies like icecream we were collecting with our mouthes. We are cruel suns. Let us be dirty angels and praise Dionysos with our touches. May others judge our easyness. Let us drink the bitter vine of sorrow with a smile they call maniac. Let us await the day without pains as weird entities, still alive like a cat someone follows silently.

looking for something

looking for something
first level
consumption
burns daily
struggle and
darkness
of work.

looking for us
it’s healthy
to be egoist
and loose
oneself
in tears
of joy.

looking for love
we are
searching for
a mountain peak’s
blue flower
to guide us
to death.

looking for sense
through doors
of perception
ring
of the nibelungs
red dragon
within
a fire.

Gedicht: Illusion

Sie ist / She is / Ella es

Sie ist / She is / Ella es


Sie hat einen Namen,
einen uralten Namen,
einen Namen,
den man nicht sagen kann.

Sie ist eine Tat,
eine ewige Tat,
eine Tat,
die man nicht begehen kann.

Sie lebt in einer Zeit,
einer kurzen Zeit,
einer Zeit,
an der man nichts ändern kann.

Sie ist.


She has a name,
An ancient name,
A name,
Which one can not say.

She is an act,
An eternal act,
an act,
Which you can not commit.

She lives in a time,
A short time,
A time,
When you can not change anything.

She is.


Ella tiene un nombre,
un nombre antiguo,
un nombre,
no se puede decir.

Ella es un hecho,
un hecho eterno,
un acto,
usted no puede comprometerse.

Ella vive en un momento
un corto tiempo,
una vez
donde se puede cambiar nada.

Ella es.

Poetry: ‘Dear White People – Integration’ by Immanuel Kush

dear white people – integration

dear white people

we don’t need no integration

leave our mother continent
take with you all the arms
your so called technology
drugs and mentality

take with you all the concepts
world views
teachings and politicians

pay back in money
all that you took of raw materials
goods and wealth
oil, carbon, diamonds,
silver, gold etc.

pay back in money
for the 200 million
that have died in your slave trade
which made you rich

pay back in money
for all those who died
under the name “slave”
or “negro” or “colored”
that gave you the riches
your boasting with, now

we don’t need your historical discoveries
don’t need your assumptions
on our artifacts
we know ourselfs

dear white people

we don’t need no integration