German Poem: “Alles Leicht”

Alles leicht,
Selbst das Lieben
Der letzten Tänzer
In einer dunklen Nacht.

Unkt am weichen Wegrand
Eine Kröte oder Knallfrosch
Vom Vergehen jedes
Und wir gehen.

Lenkt das Wasser
Meinen Weg,
Unser Jahrtausend
Wird versinken.

Wie wir in uns
Und einmal,
Zweimal,
Dreimal
Schreist du es heraus
Ins Schwarze.

Ich will frei sein
Und gebunden
An den Ring,
An ein leuchtend Schicksal,
An diesen Berg,
Der du zu sein scheinst,
Sisyphos.

Zeilen flattern,
Flüge graben unstet
Wälle in den Himmel,
Welcher weint.

Was ist abstrakt,
Wenn alles leicht ist,
Selbst das Lieben
Eine Kunst
Im Imperfekt.

Schau,
Die Kinder
Klettern
In den Kirschbaum.

Für JS / 18.6.2017

New category: English.

I thought about it and concluded. It is worth a message: I hereby open the category English.

Easy me go with bad english trying to connect my world. Often it feels like my real friends – the ones which understand my behaviour – are spread all over the world. Yeah, maybe I am a wicked one. Capturing the world as global. Trusting an english I learnt by growing in this world. Transferring my ideas as an artist on word and sound in a foreign language.

I see dialects as masks and words as signs.

“Life is one big road with a lot of signs. Signs and more signs. You’ve got to make up your mind to face reality all the time.” Badmarsh & Shri – Signs

I won’t beg ya to learn german. I don’t wanna enforce my french and spanish speaking mates, or portuguese or japanese, whether chinese nor indian. Don’t forget them african. Small world theory – i follow that path.

Thank you for participating.

Energy tree – Something I can do

I am really impressed by the developing functions of modern smartphones and pads. May I sound like a Grandpa. So when I got my first smartphone gifted by a friend, after I had killed my last oldschool phone, I felt into a world of apps and digital possibilities. Not feeling bad about this. But one thing brought me to limits: Energy. So I had to recharge constantly. I was the searcher for sockets. Then moment of truth happened…

On a yearly meeting of Radio Blau activists a ChaosComputerClub-associated guy put out a powerbank, a battery pack that could recharge via usb and charge usb-powered devices. ‘This is what I need’, I thought.

Not even imagining the possibilities to shoot up usb-rockets MOBILE or cooling my juice in the usb-FRIDGE I would carry in my bag. What about battery pack HANDWARMERS and all that technological luxury? You’ll find it in the next geek-store, if you really go crazy on this. But I flipped the switch.

What about a solar pack, I could tie on my bag while walking in park? I am walking a lot… How many Watts got modern solar packs? Are there vids of crazy hightec-outdoor-action guys pushing these borders? Yes, yes and triple yes, it’s easy like sunshine. One can reload all common batteries by solar packs, even those mighty ‘I’ll recharge your Laptop 3 times’-packs.

I invested in a foldable 21 Watt solarcell with 2 usb-out, which load a battery and my smartphone on the run.  The battery could load my phone 10 times. Eyelets and carbines fix it on my bag. I am happy. I love mathematics and I know, if i am sparing 10% of my costs of energy, I spare a lot. I don’t wanna renounce modern technology, but I wanna act with sustainability. Maybe I am just tricked by marketing.

I predict alternative and independent production of energy will change world’s face and hopefully bankrupt some (how I would call it poetically) suckers of the sun. Everyone has the right to consume a minimum of energy on life and culture privately without paying money. German social plans recognize this.

img_20160502_103039.jpgIn the middleages German villages had the ‘Allmende‘ (English: commons), a place that belongs to all, whose fruits anyone of the villagers could eat and whose old trees warmed the houses. I dont wanna dissolute, but in industrial european cities this sounds like retroromantic. There are no more common spaces, maybe some safespaces, but mostly private space.

Think of it, the sun, the water and the wind are still free. Somehow it feels like if you get solar cells, you will plant an energy tree…

Participate in the free-energy-movement maybe.

Geschichtchen: Loch in Mensch

Jeff (“Ja, man, du bist der erste, der den Witz bringt. Ja, man, genau wie der aus der Werbung. Ja, man, ich bin voll der Stecher.”) ist Deutschlandfan. Natürlich, was soll man auch sonst sein, wenn man Deutsch spricht, schreibt und denkt, fragst du? Es geht um Fußball, du hast es geahnt? Jeff ist im WM-Fieber, rotpockig, aber die Tattoos waren vorher schon da. Also nicht ‘ganz vorher’, vor der Haft meine ich, aber zumindest vor der WM. Jeff hat einen Fernseher auf Bude, 42 Zoll, mehr ist nicht erlaubt, da schaut er nun seit 2 Wochen die Fußballweltmeisterschaft, welch’ erhabenes, voller Funktionäre funktionierendes Treiben. Deutschland gegen Schweden, wie damals so auch heute. Das ist das Spiel! Ein Becher selbstgebrauter Brotschnaps steht bereit. Jeff ist bereit. Bereit 5 Bomben Tabak zu gewinnen. “Wir ballern euch weg!”, brüllt Jeff Richtung Wand hinter dem Fernseher. “Maul, Katze!”, hört man es dumpf aus der Wand. “5 Bomben, Opfer!” – “Hof, nachher!”, Wilmer war Zelle 6, Jeff Zelle 7. Wilmer so gesammelte Raubüberfälle, Jeff so Totschlag, wieder mal. Wilmer war kein Schwede, aber er hatte eine schwedischen Vornamen und gegen den Drecksnazi Jeff, den einzigen in Haus 9, musste man einfach sein.

“Schweden macht die Bomben klar”, Anpfiff, Gegrölle aus allen Zimmern (“Zimmerservice!”, “Berlin, Berlin…”), Wilmers Fernseher macht Macken, zwei fette Streifen, dann Bild weg, aber der allgemeine Lärmpegel im Hintergrund vermittelt jeden Spielzug. Endlich mal was los hier im Vollzug, alle gehen mit und irgendwie sind alle für Schweden, außer Jeff und die Schließer. Vielleicht ist das der Schlüssel? Und wie die Deutschen vorlegen! Unglaublich, fünf Tore in 30 Minuten, und das nach diesem verhalten bürokratischen Vorspiel! Schweden wirkt deklassiert, trotz drei Anschlusstreffern. Der allgemeine Lärmpegel stiller, genau wie Wilmer. “Verdammt, Schulden machen für den Nazi, oder Prügel kassieren. Scheiß Fußball, scheiß Knast.” Bislang liefen die Wetten gegen den Vollproll gut, aber den deutschen Schuss hatte Wilmer unterschätzt. Halbzeit, Gegrölle, Wilmers Fernsehbild kommt wieder, bekloppte Sprüche von Moderatoren, Schwenke über Fanmeilen, weiter Blick wie hoffnungsvoller Jeff. 5 Bomben sind eine gute Anlage, Businessgrundlage, überlebenswichtig im Bau. Noch ein Becher Brot, ab geht’s, Werbung, zweite Halbzeit. “Bämm, bämm, bämm.” Jeff tritt gegen Wilmers Wand. “Her mit dem Stoff… nachher, Schnee-Kanake, auf’m Hof.” Wie ein schlechtes Script, wie durch Magie, Schweden wie ausgewechselt, Thors Hammer! Mit 4 Treffern in Folge, Deutschland bäumt sich auf, Jeff weint, Wilmer feiert und polltert mit jeden Tor mehr gegen die Wand. “Geh doch nach Hause!” (“Schön wär’s.”) Hoffnung bedeutet der Anschlußtreffer 6:7 für Schweden, doch vergeblich, die Schließer toben, ein Fest für alle Häftlinge, bis auf Jeff, wie dialektisch, der im Knast Gefickteste ist der Sohn des Betreibers. Dessen Trauer, Entsetzen, Zerstörtheit wenden sich nach außen. Alarm in der Anstalt!

Die Wand leidet, immer wieder rauschen Jeffs Körperteile in den Beton, schon löst sich der Putz, Wilmer hält dagegen, mit Tritten in die Richtung, in der er den “Teutschen” vermutet. “Jetzt regnet’s Bomben.” – “Ich mach’ dich so platt, Drecksschwede…” Tatsächlich, im wahnsinnigen Reigen von Freude und Entsetzen innerhalb der Anstalt, löst sich der erste Stein, ein neonlichtiges Loch wächst. Doch bevor der harte Schritt des Schweden in voller Kraft die fliegenden Fäuste des Deutschen trifft, durch das Loch, wäre es himmelwärtsgerichtet einem Ausbruchsversuch gleichkommend, fliegen die Stöcke und klicken die Schellen. Jeff denkt an Kabelbinder-Girls Fetisch… Wilmer an sein Ninjaschwert aus Spezialstahl. Das Treiben endet für beide im Loch, im eigenen, europäisch klassifiziert diszipliniert, nix mehr mit Konsum und Bomben, alles menschenrechtskommisionsgeprüft. Antrag auf vorzeitige Haftentlassung entfällt hiermit. Eine Parabel: Sich solidarisch dumm durch Fußball aufgerieben, Freiheit war egal, schwarzes Loch.


Diese Story hatte ich so oder so ähnlich schon ein paar Monate rumliegen, hier mal leicht geschliffen in einer ersten Version. Man könnte schon noch ein wenig mehr drauf rumhaken. Oder es vertheaterszenen. Mal sehen… Glück auf bis dahin.

Zuckersüßer Text mit Berlin als ‘Pars pro toto’

zucker 01 jona

 

Der kreative Text “Die Ortinsel” ist Juni 2008 im Zucker 01 (Eigenpublikation) erschienen. Die ganze Ausgabe gibt es (noch) hier.

Und schau, das Intro ist ein Haiku, damals schon… lasst mich wissen, was ihr denkt.

Empathisches Facebook: Neue Reaktionen ab heute verfügbar!

“Nein, das like ich nicht. Es macht mich wütend.” Na endlich, Facebook führt zusätzlich zum “Like” neue Reaktionen ein. Leider sagt Facebook da nicht Bescheid, da muss man googeln, um das “Wie” und “Warum” zu finden…

Love, haha, wow, traurig und wütend… mensch, was eine Erweiterung. Viel differenzierter kann man in Zukunft auf die Postings “der Anderen” reagieren. Bei Kommentaren funktioniert das übrigens bislang nicht. Natürlich kann auch Facebook nun viel geschickter Werbung platzieren und/oder unsere Gefühle auswerten. Dreimal “Wütend” geklickt, schwupps, schon wird das Entspannungsbad beworben. Dreimal “Love” geklickt, schwupps, Parship-Feature…

facebook emotions

Wie es geht? Einfach über das “Like”-Feld des Postings mit der Maus gehen, nach einer Sekunde poppen die weiteren “Reactions” (English is so a great language…) auf. Mit dem Handy einfach länger auf dem Posting gedrückt halten. Und immer nur eins auf einmal auswählen. Also man kann nicht “Wow”, das “liebe” ich und “gefällt mir” drücken. Musst du dich entscheiden…

Bleibt abzuwarten, wie die User damit umgehen. Natürlich ein längst überfälliges Feature, von dem ich aber glaube, es wird Facebook nicht retten. Mal schauen, wie anderen Social-Communities damit umgehen… wird es vielleicht plötzlich hipp, seine Gefühle überall zu äußern oder gar die Gefühle “der Anderen” ernst zu nehmen? Eine schöne Illusion…

Gedanken zum Duden-“Volk”

Ich mag ja das Wort nicht, weil da immer ‘was’ mitschwingt. Außerdem kann ich mich selbst nicht ‘völkisch’ einordnen. Vielleicht heißt ‘Volk’ ja auch nur ‘Viele’, also ‘nicht wenige’, logisch? Gruppendruck finde ich grundsätzlich doof. Und warum klingt ‘Mutterland’ schöner als ‘Vaterland’? Emotionen?

volk

Wie sagte James Hetfield von Metallica sicherlich zweifelnd, flatternd zweizeilerisch so schön:

Anywhere I roam, where I lay my head is home
And the earth becomes my throne.

Möge es Sachsen sein, die Fiji-Inseln oder Andromeda… lasst euch nix erzählen! Wir sind alle Homo sapiens, das heißt: zum Rückgrat befähigt…

PS. Auch ‘Bevölkerung’ finde ich irgendwie zu ‘passiv’ und zu ‘eingegrenzt’. Na gut, weiß ich also, dass ich nix weiß… hmm.

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Auf den Artikel folgte eine kleine, spannende Diskussion auf Facebook, die ich gern ergänzen möchte und wofür mir Danny das Okay gegeben hat. Danke dafür! (25.02.2015)

Danny Goldwyn: “Volk” steht für mich irgendwie in einer Reihe mit “Pack” oder “Pöbel”. Ich finde da “Bürger” viel besser. Das lässt sich aber leider nicht so gut schreien. Um nicht falsch verstanden zu werden, möchte ich betonen, dass ich das, was ’89 passiert ist, richtig und sogar richtig gut finde!

Jonathan Falk aka KALAZ: Danke für die Gedanken. ‘Bürger’ ist für mich ein Wort der “Befreiung” (Thema: Freie Städte im Mittelalter – Stadtrecht – “Stadtluft macht frei.” -> Bürger = Burgverteidiger), aber halt auch im wirtschaftlichen Sinne -> Eigentum befreit. Und da hader’ ich mit dem Wort Bürger. Dann kommt noch die Assoziation mit ‘Staatsangehöriger’. Wann hab ich unterschrieben? War ich da geschäftsfähig?

Danny Goldwyn: Stimmt… Bürger ist auch nicht ganz richtig. Vielleicht ist “Individuum” noch am Passendsten. Lässt sich aber auch nicht so gut schreien…

Jonathan Falk aka KALAZ: Vielleicht muss man wirklich einen neuen Begriff finden. Ich sage für das späte 21. Jahrhundert “Ich-bin-alle”-Proteste voraus…

Danny Goldwyn: Oder gleich “Wir sind Legion”. 😉