HaikuJam meets Instagram

Today is Poetryday. So let me show the first results of my maniac haiku’ing via HaikuJam hitting Instagram HiQ-Filter-Tec. I call it “Crossmedia”. Get creative and leave a li(n)e.

Poetry is a must – Lyrik-App: HaikuJAM

haikujamOne world, one poem… vielleicht erklärt das Zusammenwachsen der Welt den Erfolg einer Handy-Anwendung, die mich seit mehreren Wochen begleitet. Mit HaikuJAM (Collaborative Writing App) schreibt man gemeinsam auf dem Handy (+ Internet) Haikus. Jene kleine Lyrikform hat einen Titel, drei Zeilen, kommt ursprünglich aus Japan und hat eine spannende Geschichte.

Zur App: Person 1 wählt Titel und schreibt Zeile 1, eine wahllose Person 2 bekommt per Klick die JAM zugespielt und schreibt Zeile 2, Person 3 schließt ebenso ab mit Zeile 3 und kategorisiert das entstandene Poem. Die Zeilen sind in ihrer Länge auf 5 bzw. 7 Wörter beschränkt. Erinnert an Klassenzimmerspiele, hat aber eine ganz besondere Ästhetik und erfüllt offensichtlich viele Bedürfnisse. Es ist ein faszinierender, ein kreativer Zeitfresser, ob schreibend oder im Stream nach Ideen lesend, sortiert in “Livestream”, “Featured” und den Kategorien wie “Romance”, “Humour” oder “Nature”. Aber auch formelle Kategorien wie “Freeform” oder das klassische “5-7-5” sortieren den Lesestoff. Spezielle Competitions sind zeitweise freigeschaltet. Wechselnde “Hot Topics” bringen Jammer unter vorgeschlagenen Titeln zusammen. Zum Erklärvideo der Macher auf Vimeo gehts hier.

Das 2016er Update brachte übrigens die Funktion für Bilder(-collagen). Statt drei Zeilen wählt man drei Bild(-ausschnitte), dadurch entstehen visuelle Haikus. Oder man wählt “nur” ein Hintergrundbild für die Textjam. Warum nicht. HaikuJAM macht vieles möglich und lässt Freiraum, wie ein Traum.

Oder auch Alp-: Mein erster Gedanke war zum Beispiel: “Super für Werbeslogan.” Deswegen haben vielleicht auch Google und Coke schon mal durchgeklingelt. Es ist dem jungen, indischen Unternehmern auf jeden Fall gelungen mit Einfachheit zu begeistern. Der deutsche Fankreis ist sicher noch klein, trotz dass ich die deutsche Community natürlich nach besten Kräften repräsentiere, aber auch in diesem “Problem” versteckt sich eine einfache Funktion der App, die viele User begeistert: Englisch zu lernen. Mit einfachen Worten Dinge ausdrücken, die auch am anderen Ende der Welt verstanden werden. Ich las von Leuten, die ihre künstlerische Depression mit HaikuJAM überwinden konnten. Hört sich übertrieben an. Lyrik ist oft übertrieben. Gemeinsam schreiben ist sehr befreiend, weil verbindend. Das im Globalen zu fühlen ist wunderbar. Typisches Anwendungsgebiete der App: die Badewanne & das Seriensofa.

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Technisch bietet die App alles von Zeitgeist, also Teilen-Funktion, die zum Beispiel in Verbindung mit Instagram Sinn macht, da die Gedichte auch grafisch fein anzuschauen sind. Die Like-Funktion sorgt für Feedback und man sammelt Karmapunkte, gründet eigene Kreise, kommentiert die gemeinsam entstandenen Texte. Ein Universum, bei dem ich mich frage, warum es so lange gedauert hat, bis jemand auf die Idee kam, es zu sähen. Beziehungsweise, bis die Welt davon mitbekam. Die Hindustian Times, Forbes und The Guardian berichten. Jetzt auch der Klangkopf…

Das Haikus in Deutschland auch eine lange Tradition haben, vergessen viele, ich verrate nur Rilke. Wer interesse hat, informiere sich beim Wiki oder im Lexikon der Deutschen Haiku-Gesellschaft e.V. Spannend ist auch das deutsche “How-to-Haiku” von ziemlichkraus.de zu lesen. Zu guter Letzt sei jedem mit Spaß an Texten ein Versuch mit der App empfohlen. Nein, ich kriege da kein Geld für, es macht voll zenmäßig Laune. Es würde mich natürlich freuen, eine deutsche HaikuJAM sinnvoll zu Ende zu bekommen. Anmelden, mich in Circle adden, lyrisch sein. Und danke, 23-jähriger CEO Dhrupad Karwa und auch dein Team, sehr gute Idee, bitte werdet mit Lyrik reich!

PS. Hier Haikus, die ich mitgeschrieben habe, mit den meisten Herzchen. Ist ja alles Statistik, was gefällt…